Kunsthochschule, Nancy

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Der Gebäudekomplex der Kunsthochschule Nancy bildet den nördlichen Abschluss des neuen Universitätscampus ARTEM (ARt, TEchnologie, Management), dem größten Universitätsneubau Frankreichs, und nimmt eine Schlüsselposition zwischen der Stadt und dem neuen Campusgelände ein. Sie beherbergt alle für die drei Studienrichtungen Kunst, Design und Kommunikation erforderlichen Räumlichkeiten wie Ateliers, Werkstätten und Lehrsäle inklusive Administration sowie großzügige Ausstellungsflächen. Dietrich | Untertrifaller Architekten hat mit Zoméno Architekten den Wettbewerb im November 2010 gewonnen.

Der viergeschossige Baukörper „Vauban“ an der Nordwestseite und der fünfgeschossige „Signalbau“ an der Südostseite umschließen mit den beiden gläsernen Verbindungsbauten einen Innenhof. Die klare räumliche Organisation wird bereits beim Betreten des Gebäudes deutlich. Im Erdgeschoss des Signalbaus befinden sich Ausstellungsflächen, darüber liegen die Büros der Verwaltung. Des niedrigere Gebäude Vauban beherbergt Werkstätten. In den Verbindungsbauten sind ein Hörsaal und die zweistöckige Eingangshalle untergebracht.

Die beiden Baukörper unterscheiden sich äußerlich grundsätzlich voneinander: das mehrfach abgekantete Volumen des Signalgebäudes wird vollständig in eine Lochblechfassade aus braun-schwarzem, eloxiertem Aluminium eingehüllt. Ebenso das Dach, das damit zu einer fünften Fassade wird. Die Fenster sind zur Straße hin geschoßweise leicht versetzt und verändern zum Park hin allmählich ihre Größe.

Das quaderförmige Volumen der Werkstätten ist mit schwarzen Fassadenplatten verkleidet und zeigt die regelmäßige Struktur großformatiger, linear angeordneter Fenster. Als Anknüpfungspunkt zur Farbenvielfalt der benachbarten Universitätsgebäude von Nicolas Michelin, aber auch aus akustischen Gründen, haben die Architekten bunte Filzvorhänge an den Fenstern angebracht, während das südseitige Signalgebäude von außenliegenden Markisen beschattet wird.

Trotz ihrer äußerlichen Verschiedenartigkeit ist die Tragstruktur der beiden Gebäude ident: um einen Stahlbetonkern aus Sichtbeton, der alle vertikalen Erschließungen, die Toilettenanlagen und technischen Einrichtungen aufnimmt, liegen die frei überspannten Werkstattplateaus. Die hofseitigen Erschließungsgänge wurden bewusst nicht als „Gänge“ oder enge “Schläuche“ konzipiert, sondern als lichtdurchflutete, helle Aufenthaltsräume, die auch für Ausstellungen adaptiert werden können. Sie öffnen sich mit großen Fenstern zum Innenhof und schaffen damit eine starke visuelle Beziehung zwischen innen und außen.

Die 2016 eröffnete Kunsthochschule Nancy ist bereits das sechste Projekt von Dietrich | Untertrifaller in Frankreich. 2015 wurde ein Schulbau in Broons (Bretagne) fertiggestellt, 2016 folgten zwei Sportzentren in Longvic (Burgund), und Lyon sowie das Musik- und Kongresszentrum in Straßburg. Nach einem 2015 gewonnenen Wettbewerb baut das Büro derzeit eine Schule in Lamballe in der Bretagne.

 

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